Fahrpreise können durch die Erfassung der Karte während des Reisens (z.B. beim Einstieg)
automatisch ermittelt werden. Die Erfordernis, ein für die konkrete Fahrt gültiges Ticket zu
erwerben, wird durch das System vom Kunden übernommen, was eine Vereinfachung
insbesondere für Neukunden und Seltennutzer darstellt.
Die Verkehrsunternehmen können die erfassten Verbindungsdaten zur Optimierung des Angebotes und bei der Einnahmenverteilung einsetzen. Durch eine weitergehende Automatisierung des Vertriebes verringert sich das Kleingeldhandling und Kapazitäten werden für andere Zwecke frei.
Die konventionellen Tarife öffentlicher Verkehrsmittel sind mit der Mobilitätskarte realisierbar. Dabei ergeben sich Neuerungen und Verbesserungen. So überführt das System zusätzlich zur Generierung eines gültigen (Einzel-)Fahrausweises die Wahl des günstigsten Tarifes aus dem Verantwortungsbereich des Kunden in den Verantwortungsbereich des Systems. Bei dieser sogenannten Bestprice-Abrechnung wird das Nutzungsverhalten des Kunden (besser: der Karte) ausgewertet. Fährt der Kunde selten, so muss er am Monatsende eine Anzahl an Einzelfahrten zahlen. Fährt er häufiger, wird ihm je nach Aufkommen und Zeitraum eine Kombination aus Einzel-, Tages-, oder Wochenkarten berechnet. So wie die Tageskarte den Tages-Bestprice und die Wochenkarte den Wochen-Bestprice bildet, ist die Monatskarte der Deckelungsbetrag auf Monatssicht. Auch Jahreskarten werden berücksichtigt. Die Bestprice-Abrechnung mindert die Einstiegshürde „Komplexität des Tarifes" ab und erzeugt eine wesentliche Vereinfachung und Attraktivitätssteigerung.
Die konventionellen Tarife werden zur Nutzung mit der Mobilitätskarte um intermodale und interoperable Tarifbausteine und Rabattregelungen erweitert. Außerdem sind zusätzliche innovative Erweiterungen der Tarifangebote vorgesehen.
Elektronische Tarife ersetzen die konventionellen Tarife an einem Endpunkt der Entwicklung. Sie stellen die Leistungsgerechtigkeit im Vergleich zur heutigen Situation her. In den konventionellen Tarifen zahlen Seltennutzer hohe Einzel-Preise gegenüber Zeitkarteninhabern, die insbesondere mit günstigen, ertragsgesicherten Zielgruppenangeboten ohne Mehrkosten öffentliche Verkehrsmittel zum Teil sehr intensiv nutzen.